Was heute für uns selbstverständlich ist, war nicht immer so. Früher, vor 700 Jahren, war Wasser in Brunnen, Leitungen,…, also praktisch leichter Zugang zu Wasser für Bürger, nicht
immer vorhanden. Jedoch gab es eigene, kleine Privatbrunnen.
Erst im 13 Jahrhundert gab es die erste Quellenfassung am Buchenberg.
1646 erbauten die Kapuziner die ersten Wasserleitungen vom Buchenberg in die Stadt.
1649 entstand dann der erste öffentlich zugängliche Brunnen.
1892 entstand das erste Wasserleitungsprojekt. Dadurch verloren die öffentlichen Brunnen ihre Bedeutung zur Versorgung der Bürger und der Stadt.
Heute kann man verschiedenste Brunnen in der Stadt und am Buchenberg besichtigen.
Sie sind aus verschiedenen Zeitepochen. Und somit haben sie unterschiedliche architektonische Charakteristika. Viele Brunnen wurden auch durch andere ersetzt, sind nicht mehr vorhanden oder verschoben worden(wie zum Beispiel der Forellenbrunnen).
Brunnen, die es heute nicht mehr gibt, kann man, deren früheren Standort, in alten Dokumenten, Bauplänen und alten Stadtplänen finden.
Die alten Stadtbrunnen am Unteren und Oberen Stadtplatz, die in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts aus Verkehrsrücksichten entfernt worden sind, haben somit auch ihre belebende Note verloren.
Urkundlich sind im Jahre 1822 zwölf Brunnen erwähnt worden. In Verlaufe der Jahrhunderte wurde dies auch nachgewiesen.
(Hier werden wir nun die 12 wichtigsten, zum Teil auf nicht mehr vorhandenen Brunnen aufgelistet. (Wobei wir sagen müssen, dass Nr. 9 nicht erwähnt wird.)
Wir haben diese Informationen vom Stadtarchiv (genauer von einem gewissen Otto Hieracher) bekommen.
Brunnen am Oberen Stadtplatz:
"Stattprun"
Zwischen den Häusern Nr. 15 und Nr. 16 in der Nähe der Turmgasse am 26. Juni 1673 erbaut worden.
Landschaftsapotheke:
Am 27. September 1816 bei dieser Apotheke ebenfalls ein Brunnen errichtet.
Brunnen am Unteren Stadtplatz:
„Leuthen“
Dieser Brunnen wurde am 8. Mai 1592, wegen Wassernot beim Helmberghaus, erbaut.
Laut lit. Bild. erst 1702 festgehalten.
"Röhrenprun"
Dieser Brunnen ist am 25. August 1664 vor dem alten Rathaus aus Holz erbaut worden. Am 22. Juli 1801 ist er dann auf Steinbasis neu errichtet worden. Der Steinmetz J. Kunze hat dies ermöglicht.
„Kapuzinerbrunnen“
Der Kapuzinerbrunnen ist in der Biedermeierzeit erbaut worden. Wann genau wissen wir leider nicht. Was wir aber wissen ist, dass die Kapuziner Mönche waren und so um 1654 in Waidhofen gelebt haben. Wahrscheinlich ist der Brunnen auch so um diese Zeit gebaut worden. Doch leider konnten wir das nicht rausbekommen.
Was wir noch anzubieten hätten, wäre eine Wegbeschreibung, wie man zum Kapuzinerbrunnen kommt. Also: Man gehe vom Graben am Feuerwehrenhaus und am Schulpark vorbei. Über die Ybbstalbahn auf den Serpentinenweg aufwärts zur Fuchsbichelhütte. Danach gehe man über die „Hohe Wand“ der Jägerbank zum Kapuzinerbrunnen. (Es klingt zwar sehr schwierig dorthin zu gelangen, aber es ist eigentlich gar nicht so kompliziert, wie es klingt!)
„Spitalbrunnen“
Am 4. April 1833 kam dieser Brunnen „zur Welt“. Er befindet sich, wie der Name schon sagt, beim Spital in Waidhofen. Dieser Brunnen ist besonders, weil er artesischer Brunnen ist. (Nur so nebenbei, was „artesisch“ bedeutet: Ein artesischer Brunnen ist ein Brunnen, bei dem das Wasser aufgrund des hohen Wasserdruckes selbständig zur Oberfläche aufsteigt. Der Name ist von der französischen Region Artois abgeleitet, in der der älteste Brunnen in Europa (1126) gebohrt wurde.)
Städtischer Holzplatz:
Heute wird dieser Platz als Schulkomplex bezeichnet. Dort wurde zwar 1843 ein Brunnen erbaut, aber er ist erst am 21. Juli 1848 wegen Feuergefahr aktiviert worden.
Brunnen in der Hintergasse:
Am 4. Juli 1845 wurde in der Hintergasse ein hölzerner Brunnen gebaut. Später wurde er dann zu einem steinernen Behälter umgebaut.
15. März 1847:
An diesem Tag wurde die Herstellung eines Wasserbussins vor dem Gauderschen Haus an der Pyramidenspitze erbaut. Dort ist auch eine Gusseiserne Figur, die Hütten oder Bergmännchen darstellen soll.
Gusseiserne Pumpen:
Am hohen Markt bei der Kreuzung Hoher Markt und Hörthger sind früher diese Pumpen gestanden. Man benötigte sie um Figuren/Skulpturen für die Brunnen zu machen.
Graben:
Am Graben beim Haus 2/76 (Pöchacker Firma) stand ebenfalls ein Brunnen. Er wurde als Anlass für die neugebaute Promenade gebaut.
Forellenbrunnen
In den Jahren 1954/55 gab es verschiedene Baustadien, dadurch ist dann als Verkehrsregler der Forellebrunnen (oder, wie er früher bezeichnet wurde Freiheitsbrunnen) errichtet worden. Er steht am Freisingerberg (Unterer Stadtplatz).
früher: 
heute:



(Bau des
Brunnens)
Aus Brunnen werden Kanonen!
Am 18. September 1847 wurde in einer Wirtschaftrats – Sitzung dies beschlossen.
Laut Punkt 3: (dieser Sitzung): Sind die artesischen Brunnenrequisiten und die Messinggewichte von zirka sechs Zentner an die Meistbietenden zu verkaufen.
Laut Punkt 6: Von dem eingelösten Geld sollen aus Messing und Eisen angefertigte Gewichte des artesischen Brunnens und der Rohrrequisiten, Kanonen von/aus Gusseisen angeschafft werden.
Am 15. Juli 1673 ist der Spitalbrunnen ganz „verfallen“ und „verfault“.
Der Stadtbrunnen, der aus Eichenholz gebaut worden war, sollte gegen einen aus Stein ausgetauscht werden, um für die Bewohner länger erhalten zu bleiben.
PLENKERBRUNNEN
Bei Anwesenheit des Stadt- und Gemeinderates in Gehrock und Zylinder, wurde am 20. Juli 1910 um 17.00 Uhr (5 Uhr abends) der Plenkerbrunnen eröffnet. Damals noch war dies ein sehr ereignisreicher Tag. (Heute hingegen fallen einem die Brunnen gar nicht mehr so „doll“ auf.)
Hier noch Bilder zum Plenkerbrunnen:
einst:
heute:
1. Bergmannsbrunnen/Bergwerksbrunnen
Er ist in den 60er Jahren entstanden und er hat den Namen von irgendwelchen Mönchen bekommen. Er steht übrigens beim Kolpingheim. Und wir sind uns ziemlich sicher, dass ihn jeder beim vorbeifahren oder vorbeigehen gesehen hat.
Er ist der letzte Brunnen in der Stadt von einst Durst-Negelegasse. Er diente für Jahre den umwohnenden Hausparteien in pietätloser Weise als Müllablageplatz.
EIN BRUNNEN UND EIN UNDENBAUM,
SIEH’ NÄHER ZU DU GLAUBST ES KAU:
DENN RUND UM JENEN BECKENRAD,
STEHEN FREITAGS HIER AM STRASSENRA(N)D,
ALS BRUNNEN ZIER – OH WELCHES ÜBEL,
RECHT MALERISCH DIE ABFALLKÜBEL.
Hier hätten wir auch Bilder:
einst:

2. „Heilige Prunn“
Die Donatuskapelle in der sich der Donatusbrunnen befindet, steht am Noehang des Hochkogels der so genannten „Letten“. Er ist 1 Stunde bei Fußmarsch von Konradsheim entfernt.
Erst in den Dokumenten aus 1650 (bisher älteste nachweisbare urkundliche Nennung) lässt sich erahnen seit wann dieser Brunnen existiert.
Der Sage nach ist es ein Heilwasser und einem blinden Pferd wurde sein Augenlicht wiedergegeben.
Diese Sage hängt wahrscheinlich damit zusammen, weil der Urbach sehr Eisenhältig ist. (der Donatusbrunnen liegt nämlich am Urbach)
Ein Bild dazu:
(dies ist nicht das Donatusbründl, sondern nur eine Quelle)
Brunnen von Ernst Beneder (erbaut 2001)
Brunnen von Hofbauer

Quellenangabe:
Stadtarchiv
Bilder: Selbst gemacht (fotografiert)