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1.    Der Wasserkreislauf

Das Wasser bewegt sich in einem immerwährenden Kreislauf, welcher durch Sonnenenergie und der Schwerkraft in Bewegung gehalten wird. Als Wasserkreislauf bezeichnet man den Transport und die Speicherung von Wasser. Hierbei wechselt das Wasser mehrmals seinen Aggregatzustand und durchläuft die einzelnen Sphären der Erde. Im Wasserkreislauf geht kein Wasser verloren, es ändert nur seinen Zustand.

Von allen Gewässern der Erde, den Ozeanen, den Flüssen und den Seen verdunstet durch die Sonnenenergie ständig ein Teil des Wassers zu Wasserdampf. Da dieser Wasserdampf leichter ist als Luft, steigt er auf. Mit zunehmender Höhe kühlen sich diese riesigen Mengen von Wasser ab. Bei diesem Vorgang kondensiert das noch gasförmige Wassers zu winzigen Tropfen, welche wiederum die Wolken bilden. Vom Wind angetrieben schweben die Wolken über der Erde. Durch ständiges Wachsen gewinnen die Wassertropfen an Größe und Gewicht und fallen schlussendlich in Form von Niederschlag wieder auf den Erdboden zurück. Es kann regnen, schneien oder auch hageln. Die Form des Niederschlags hängt von der Temperatur ab.

Wenn die Niederschläge direkt in die Gewässer fallen, schließt sich der Kreislauf und beginnt wieder von vorne.

Fällt der Niederschlag auf Boden, so wird dieser durch ihn getränkt. Das Wasser versickert durch die verschiedenen Schichten wie Sand und Kies und durchdringt so den Boden auf dem Weg zum Grundwasser. Genau wie die überirdischen Flüsse fließt auch dieses Wasser in Richtung der Flüsse, Seen und Meere. Der aufgenommene Niederschlag wird so von den Landmassen praktisch gespeichert und nur allmählich wieder freigegeben. Durch diese Verlangsamung des Wasserflusses bleibt die Erde auch bei länger anhaltenden Perioden der Trockenheit befeuchtet, so dass Pflanzen nicht austrocknen müssen.

Treffen die Niederschläge auf hohe Berge mit Gletschern, also Eisfeldern, dann fließen sie mit dem Schmelzwasser in die Flüsse ab und werden schließlich in die Ozeane transportiert.

In den Polargebieten und in Hochgebirgen wird ein Teil der Niederschläge in fester Form als Eis gespeichert, wo es allerdings auch zum Teil wiederum durch Verdunstung in die Atmosphäre gelangt.

… Und der ewige Kreislauf beginnt von neuem...

Die Ozeane sind die größten Wasserspeicher der Erde, sie bedecken den größten Teil der Erdoberfläche, deshalb verdunsten sie auch mehr Wasser als alle Seen und Flüsse zusammen. Nicht alles davon kommt als Niederschlag direkt in die Meere zurück, etwa ein Zehntel fällt anderswo zur Erde. Aber auch dieses Wasser kehrt in die Ozeane zurück. Es wird über die Flüsse und das Grundwasser zu den Meeren geleitet. 


2. Ybbs- Heimat vieler Tierarten

So malerisch die Naturlandschaft dem außenstehenden Betrachter auch erscheinen mag, so ist ihre Naturnähe schon lange nicht mehr gewährleistet.

74% des gesamten Flusslaufes sind bereits reguliert und die Uferbereiche sind schon lange keine ausreichende Heimat mehr für die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten, die sich eigentlich entlang eines Flusses aufhalten sollten.

Nur wenige der insgesamt 16 Kleinkraftwerke entlang der Ybbs, sind mit Fischtreppen (siehe links) ausgestattet, so dass die Fischbestände nicht mehr ihrer natürlichen Wanderbewegung nachkommen können, was ihr Paarungsverhalten und die Laichbedingungen in erheblichem Maße beeinflusst.

Die drei neugeplanten Kraftwerksprojekte drohen, die wenigen noch naturnahen Abschnitte des Flusses ebenfalls zu zerstören. Insgesamt 12 km Flusslauf sollen zu einem einzigen, großen Staubecken gemacht werden. Dies würde nicht nur die Uferlandschaft zerstören, sondern auch die auf die Fließgeschwindigkeit angepassten und angewiesenen Lebewesen empfindlich stören, ja vielleicht sogar in diesem Bereich ausrotten.

Dies würde das natürliche Gleichgewicht und die Artenvielfalt ärgstens bedrohen.

Die Folgen von weniger Laufgeschwindigkeit sind außerdem durch den Sauerstoffverlust entstehende Algenmatten, Schlammfladen und Fäulnisprozesse.

Um den Fischbestand in der Ybbs, der eine große Grundlage für den Tourismus im Ybbstal darstellt, zu erhalten, setzt sich seit etwa 4 Jahren der Verein „Rettet die Ybbs-Äsche“ für die bedrohte Art der Äsche und in diesem Zusammenhang vor allem für die Verbesserung der ökologischen Funktionsfähigkeit der Ybbs ein.

Zu ihren Hauptzielen zählen ein artenreicher und freifließender Fluss sowie eine autochthoner (in diesem Gewässer heimischer), gefestigter Ybbs-Äschenbestand.

Sie wurden durch die alarmierenden Zahlen von nur noch 8 km naturbelassener und 26 km naturnaher Flussstrecke von insgesamt 138 km angespornt.

Im Rahmen des Projekts wurde eine Studie über die Ursachen des starken Rückgangs der Fischbestände und sogar ein internationales Symposiums zu „Gefährdung und Schutz der Äsche“ in Angriff genommen und sogar eine neue Besatzmethode entwickelt.

Die Ybbs ist Heimat von vielen verschiedenen Tierarten:

Regenbogen- und Bachforellen werden in Europa aufgrund der starken Gewässerverschmutzung immer seltener, denn sie bevorzugen sauberes, klares und vor allem schnellfließendes Wasser, was durch die große Anzahl von Kraftwerken und Staustufen in viele Flüssen bereits nicht mehr gewährleistet ist.

Bachsaiblinge kommen eigentlich aus Amerika und wurden im 19. Jahrhundert nach Europa gebracht. Sie halten sich eigentlich nur in klaren Gebirgsbächen auf, ein Grund mehr, sie im Bereich der Ybbs zu erhalten und die Sauberkeit des Wassers zu gewährleistet.

In ihrem Oberlauf beherbergt die Ybbs sogar noch einige wenige Exemplare des Bachkrebses. Dieser ist aufgrund der gefährlichen Krebspest und der fortschreitenden Gewässerverschmutzung in Europa fast ausgerottet.

Auch ist die Ybbs ein beliebter Laichplatz für die besonders nützliche Erdkröte, einer der letzten natürlichen Feinde für die in Europa so stark verbreitete und überzählig gewordene, spanische rotbraune Nacktschnecke.

 - Äschen benötigen keine Verstecke, da sie in Schwärmen das offene Wasser bewohnen und ihren Standort selten wechseln. In den Flüssen bevorzugen sie solche Stellen, an denen träge fließendes Wasser mit Stromschnellen abwechselt. Dieser Flussabschnitt wird Äschenregion genannt. Hier fangen sie Larven von Wasserinsekten, Weichtiere und auf das Wasser gefallene Landinsekten. Die mit- zwei oder drei Jahren geschlechtsreifen Fische werden 5 - 6 Jahre alt, in Ausnahmen auch 10 Jahre. Von März bis Mai laichen die Äschen paarweise in großen Gruppen über kiesigem Grund. Tagsüber verteidigen die Männchen ihre Laichplätze vor ihren Konkurrenten und lassen auch keine unreifen Weibchen ins Revier. Die Larven wachsen schnell heran, so dass sie Ende des ersten Lebensjahres 8-15 cm lang sind. Angesichts der sich verschlechternden Bedingungen für eine natürliche Fortpflanzung vermehrt man die Äschen in einigen Ländern Europas künstlich. Sportfischer stellen der Äsche Mit der Fliegenrute gern nach. Ihr gut schmeckendes Qualitätsfleisch duftet in frischem Zustand nach Thymian. Liebt sauberes Wasser in größeren, kühlen, schnellfließenden Flüssen mit kiesigem bis sandigem Grund. Lebt standorttreu in kleinen Verbänden.

Weiters leben in und an der Ybbs Koppen, eine Unzahl an Insekten und Pflanzen.

Aktuell

Im Dezember 2005 wurden bei Kröllendorf in einer längeren Niederwasserperiode Unmengen an Algen gefunden, die in einem nicht mehr natürlichen Ausmaß den gesamten Boden der Ybbs bedecken und damit ersticken. Diese Art von Algen heftet sich nämlich an Steine und an den Boden und entziehen dem Untergrund Sauerstoff. Der Boden wird dadurch dunkel und fängt an zu faulen. Das bedroht am Boden lebende Fischarten wie Koppen und Schmerlen. Außerdem befindet sich der Einleitungsstandpunkt oberhalb eines der wenigen letzten Laichplätze für Forelle und Äschen. Die Laichplätze weisen ebenfalls bereits eine gefährlich werdende Menge dieser Algen auf.

Im Übrigen verursachen die Faulungsprozesse im Boden einen ständigen Ausstoß von Methangasblasen (Methan ist ein 10-mal stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid). Die Bezirkshauptmannschaft Amstetten leitet nun Untersuchungen in dieser Sache ein.

Die Abwässer wurden vermutlich unterhalb der Ybbstaler Obstverwertung eingeleitet.

Weiteres ist noch nicht bekannt.

(„Mostviertel-Basar“ Nr. 168, 20. Dezember 2005)

Quellen:

Internet

www.naturschutzbund.at

www.lebensministerium.at

www.wwf.at/Projekte/wasser/RiverWatcher/ybbs/

www.alpineangler.de/Ybbsriver.htm

www.wikipedia.at

www.ybbs-aesche.at

www.fischerweb.ch

Literatur

Ybbsuferlandschaft und Kraftwerk Schwellöd

Meyers großes Taschenlexikon

Tiere des Süßwassers