Hochwasser in Waidhofen
Obwohl das Zentrum der Stadt selbst durch seine günstige Lage hoch über der Ybbs nie direkt vom Hochwasser betroffen war, litten die Vorstädte bzw. die an der Ybbs liegenden Befestigungen und Schleifmühlen wiederholt unter den „Wassergüssen“.
Alle Hochwässer auf einen Blick
1492, 1572, 1598, 1626, 1627, 1641, 1650, 1655, 1664, 1665, 1670, 1682, 1736, 1770,
1813, 1829, 1890, 1892, 1897, 1899, 1903, 1977, 2002,
Historische Überschwemmungen
Der erste Bericht über ein Hochwasser stammt aus dem Jahre 1490. Auf Ersuchen der Waidhofner Bürger gebietet Kaiser Friedrich darin allen Einwohnern im Umkreis von drei Meilen (1 Meile = 7,7km) um Waidhofen, beim Wiederaufbau der durch Wasser und Güss zerstörten Mauern um Wehr zu helfen. Die Einwohner dieses Gebietes werden aufgefordert, sich mit „Hauen, Schaufeln, Krampen, Multern (Multer = Trog) und anderem Zeug daselbst hin zu gen Waidhofen in Robot (=Zwangdienst, Fronarbeit) zu verfügen und helfen, dieselbe Stadt und die Wehr wiederum aufzubauen und herzurichten.“
Hochwasser 1567
Aus dem Juni des Jahres 1567 wird von „gräulichen, großen Wassergüss“ berichtet, die aber vom Hochwasser im August 1572 noch bei weitem übertroffen werden. Alle zur Stadt gehörigen Wehren, Schleifmühlen, Sägemühlen, Strassen, Brücken, Wege und Stege werden weggerissen, so dass man „etliche Wochen lang mit Wagen oder Ross zu gemeiner Stadt nichts zu- noch wegführen konnte“

Hochwasser 1813:

Ungefähr 1 Uhr Nachmittag wurde die Brücke nach Zell weggerissen, dann alle Werke, die auf der Zeller Seite standen, samt der großen, Wehranlage, und die Schleifmühlen wurden einfach weggeschoben und lagen angelehnt an der Stadtmauer. (Stadtchronist Fidelis Koller)
Der Bote von der Ybbs vom 16. September 1899 beschreibt ein Hochwasser, das zu einem der höchsten Wasserstände der Ybbs führte:
„Dienstag nacht und Mittwoch den ganzen Tag bot der Fluss ein Bild schauerlich schöner Großartigkeit. Tosend und schäumend stürzten die schmutziggelben Fluten daher, eine Menge Nutzholz, Brückenbestandteile, weggeschwemmte Hausgeräte etc. mit sich führend. Mit unheimlicher Schnelligkeit stieg das Wasser zu einer Höhe, die die Wasserhöhe vom Jahre 1897 sogar um 80 Cm. Übertraf. Häuser, welche knapp and der Ybbs gelegen, sonst bei gewöhnlichem Wasserstande mehrere Meter über dem Wasserspiegel standen, verschwanden förmlich in der Flut.
Die kleinen Häuser an dem Zeller Ybbsufer waren teilweise unter Wasser, und weiter flussabwärts gelegenen Häuser war die neue Zeller Hochbrücke, unter deren Riesenbogen die Wassermassen ungehindert durchfließen konnten. Stände die alte Brücke dort noch dort durch das viele Holz einer Wehr gebildet, welche die Brücke selbst und die unter Zellerbrücke mitgenommen hätte.“
Hochwasser 1977


Die Zeller Brücke:
Die Zeller Brücke wurde durch Hochwasser immer wieder schwer beschädigt oder weggerissen.
1898 Errichtung der Zeller Hochbrücke.
Erste Hochwasser sichere Verbindung zwischen Waidhofen und Zell.
Größtes Hochwasser 2002
Zeitungsartikel:
An diesem frühen Samstagnachmittag konnte ich im NO die Entstehung einer, wie sich im Nachhinein
herausstellte, enormen Gewitterzelle beobachten.
Die Zelle bewegte sich kaum vorwärts während die Türme immer mehr in die Höhe quollen um
dann in einem beachtlichen Ambos zu enden. Nach einem kurzen Zwischenstopp zu Hause machte ich mich auf
den Weg in Richtung Stadlkirchen/Hargelsberg um dort direkt über mir die Bilder des Ambosses zu machen, welcher
beinahe majestätisch über mir trohnte.
Die Zelle bewegte sich noch immer kaum in eine Richtung - nur eine leichte Bewegung
in Richtung Südosten war bemerkbar. Der Kern der Zelle stand über dem Gebiet Enns-Mauthausen-St.Valentin, wo
das Gewitter mit Starkregen und Hagel Überschwemmungen brachte. Gut zu beobachten war, wie die Zelle am südlichen Ende immer noch Nachschub an
Energie bekam - dort türmten sich ständig neue Wolken in den Himmel.
Meine Tour führte mich nachdem doch etwas mehr
Bewegung in die Zelle gekommen war weiter nach Osten über die Enns bis nach Haag, wo sich die Zelle dann im Gebiet von
Waidhofen/Ybbs aufzulösen begann.
Am Abend zog mit einem fast unglaublichen Wetterleuchten eine Zelle im Westen in Richtung Norden vorbei, und eine zweite Zelle
zog abermals von Süd nach Nord im Osten vorbei ins gleiche Gebiet wie die am frühen Nachmittag, was
die Situation in der Gegend um Mauthausen ein zweites mal verschärfte und den Feuerwehrleuten noch mehr Arbeit bescherte.
In den folgenden Tagen brachte ein sich über Norditalien drehendes Höhentief (untypisch für diese Jahreszeit) sehr feuchte und

warme Luftmassen vom Mittelmeer nach Österreich, was eine Unwetterwelle mit vielen Überschwemmungen und Schäden nach sich zog.
Unwetter über Waidhofen/Ybbs 2005-06-01
Hochwasser nach schweren Unwetter in Waidhofen/Ybbs 2003-06-09
bei der Fa. Forster.
Ybbsuferreinigung
Rund 25 freiwillige Fischer, großteils Jahres-Lizenznehmer und Mitarbeiter der Stadt trafen sich am Donnerstag, um die von Hochwasser und Mitbürgern verunreinigten Ybbsufer wieder zu säubern. Mehrere Anhänger Abfälle und Sperrmüll konnten so fachgerecht getrennt und entsorgt werden. „Diese Aktion wird nun schon seit über 10 Jahren mit großem Erfolg durchgeführt“, berichtet Ofö Andreas Plachy, „erfreulich ist dabei auch, dass der gesammelte Abfall, der ursprünglich über viele Jahre an der Ybbs gelagert war, auch merkbar zurück geht.“ Trotzdem gibt es leider noch immer Mitmenschen, die s manchen Abfall, vor allem im Bereich von Parkplätzen entlang der Ybbs, einfach Wegwerfen. Dadurch wird nicht nur die einmalige Ybbsuferlandschaft beeinträchtigt, sondern stellt diese Verunreinigung sicherlich auch keine sehr gute Visitenkarte für die Gäste unserer Stadt dar.
Bürgermeister Mag. Wolfgang Mair überzeugte sich persönlich vom Erfolg der Reinigungsaktion und bedankte sich bei allen freiwilligen Helfern.
Waidhofen ist nicht nur eine der führenden Umweltstädte Niederösterreichs, sondern lebt diese Gesinnung auch ständig in vielen großen und kleinen Aktionen, wie diese Ybbsuferreinigung der Fischer zeigt.