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Wasserverbrauch

Unter Wasserverbrauch versteht man die Gesamtheit des Wassers, das für den menschlichen Verbrauch benötigt wird. Demgemäß wird der Wasserverbrauch von menschenunabhängigen Tieren und Pflanzen nicht dazugezählt. Durch den Wortstamm „Verbrauch“ erkennen wir, dass das Wasser verbraucht, also im Hinblick auf seine Menge und Qualität geändert wird. Daher zählt zum Wasserverbrauch auch das Wasser, das für diese Entsorgung nötig ist, nämlich Kanalisationswasser oder Wasser für Kläranlagen.

Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen dem Wasserverbrauch in der Landwirtschaft, dem Wasserverbrauch in der Industrie und dem im Haushalt.

In der folgenden Grafik kann man ungefähr erkennen, wie die einzelnen Bereiche auf gewisse Staaten der Erde aufgeteilt sind. Darunter ist jeweils ein Kreisdiagramm über Österreich und über Waidhofen/Ybbs.

1. Der Wasserverbrauch in der Landwirtschaft

Weltweit fließt der größte Teil des Gesamtwasserverbrauchs in die Landwirtschaft. Das sind im Durchschnitt etwa 65%. In Österreich beträgt der Verbrauch in der Landwirtschaft lediglich 8%. Wenn wir davon ausgehen, dass Österreich im Jahr 2,6 Mrd. m³ Wasser insgesamt verbraucht, benötigt die Landwirtschaft etwa 208 Mio. m³- also extrem wenig. Das ist vor allem auf die Tatsache zurückzuführen, dass Österreich ein Land mit gemäßigtem Klima ist.

In vielen Wüsten- und Trockengebieten, die vor allem in Nordafrika und im Nahen und Mittleren Ostern sind, müssen die Bewohner ihre Felder konstant künstlich bewässern, damit sie Nahrungsmittel anpflanzen und ernten können. Zu diesem Zweck werden enorme Mengen an Grundwasser in die Erde gepumpt. Erschwerend kommt dazu, dass es dort oft so heiß ist, dass das Wasser bereits in den Rohren und Schläuchen teilweise verdunstet, was dazu führt, dass wieder mehr Wasser gebraucht wird. Da in den betroffenen Ländern fast 80% des Grundwassers für diese Bewässerung benötigt wird, verliert die Erde immer mehr an Wasser, was dann das Erdreich wieder weiter austrocknet und zur Folge hat, dass wieder weniger Pflanzen wachsen können.

Dass wir aber in einem gemäßigten Klima leben, kann nicht verhindern, dass auch wir zu künstlicher Bewässerung greifen müssen. In unseren Breiten werden oft große Flächen an Mooren oder Feuchtwiesen trocken gelegt um darauf Landwirtschaft betreiben zu können. Da aber nicht selten der gesamte Grundwasserspiegel in diesem Bereich stark abfällt, trocknet auch dort das Erdreich aus und es muss fortan künstlich bewässert werden.

2. Der Wasserverbrauch in der Industrie

Weltweit gesehen ist die zweitgrößte Verbrauchsgruppe die Industrie. Auf diesen Wasserverbrauch entfallen weltweit etwa 20% des ganzen verbrauchten Wassers. Diese  Werte schwanken aber –wie schon in der Landwirtschaft- sehr stark von Land zu Land. So liegt dieser in Österreich bei etwa bei 65%, was in Kubikmeter ausgedrückt rund 1,7 Mrd. m³ sind.

Wasser wird in der Industrie zu vielfältigen Zwecken verwendet und ist vom industriellen Geschehen überhaupt nicht wegzudenken. Die folgende Statistik gibt Aufschluss darüber, wie der Wasserverbrauch in der Industrie im Jahr 2002 in Österreich auf die einzelnen Bereiche aufgeteilt war. Führend war die Eisen- und Stahlindustrie mit 47%, die also fast den halben Wasserverbrauch benötigt. An letzter Stelle steht mit 4% die Nahrungsmittelindustrie.

Das größte Problem, mit dem viele Industrienationen des Westens, aber in letzter Zeit auch in denen des Ostens und des Südens, zu kämpfen haben, ist der erhebliche Qualitätsverlust. Das heißt, dass es oft stark verschmutzt ist durch Rückstande von chemischen Stoffen, zum Beispiel von Pharmazeutika und Reinigungs- und Spülmitteln. Das wäre kein großes Problem, wenn die Kläranlagen sie herausfiltern würden. Da diese aber mit diesen Rückständen meist nicht richtig fertig werden, kommt das verschmutzte Wasser in den Wasserkreislauf, was dann unterschiedlich große Folgen für die Umwelt haben kann.

3. Wasserverbrauch im Haushalt

Gehen wir wieder vom weltweiten Durchschnitt aus, verzeichnet der Wasserverbrauch im Haushalt etwa 15% des gesamten Wasserverbrauchs, er ist also die kleinste Verbrauchergruppe. In Österreich beträgt dieser Wert etwa 27%. Dieser Wasserverbrauch wird grundsätzlich in zwei Bereiche geteilt: Zuerst das Wasser, das zum  unmittelbaren menschlichen Genuss gebraucht wird, und das uns vielleicht besser unter dem Begriff Trinkwasser bekannt ist. Hierbei handelt es sich aber nur um einen Bruchteil des für den Haushalt verbrauchten Wassers. Weitaus mehr brauchen wir nämlich zum alltäglichen Leben, also Wasser zum Waschen, Kochen, Putzen und für die Toilettenspülung.

Man könnte vielleicht glauben, dass der Wert für den Wasserverbrauch im Haushalt auf der ganzen Erde mehr oder weniger konstant ist, aber auch hier unterliegt er massiven Schwankungen zwischen den einzelnen Ländern. Überlebenswichtig für einen Menschen wären 25 Liter pro Kopf und Tag, wenn wir davon ausgehen, dass es nur zum Trinken, Kochen und Waschen benützt wird. Weltweit gibt es 50 Staaten, die unter chronischem Wassermangel leiden, also unter diesem genannten Tagesverbrauch von 25 Litern pro Person sind. Dabei ist noch nicht miteinbezogen, dass dieses Wasser oft nicht einmal sauber ist. Diese Staaten, die auch zum Teil schon bei der Landwirtschaft erwähnt wurden, befinden sich in Wüsten- und Trockengebieten, Nordafrikas und im Nahen und Mittleren Osten. Ein Beispiel für den Wasserverbrauch dort ist Algerien, wo der Wert knapp unter dem lebenswichtigen Verbrauch liegt, also nicht mehr als 20 Liter pro Kopf und Tag beträgt. Dieser Wert ist in Staaten des Westens deutlich höher.

Die folgende Statistik bezieht sich auf die westliche Welt. Aus ihr kann man herauslesen, wie viele Liter pro Kopf und Tag bestimmte Staaten im Jahr 2000 an Wasser verbrauchten.

Wir sehen, dass die USA hier mit täglich 295 Litern pro Kopf Spitzenreiter sind. Das ist fast  das 15-Fache vom Wert für Algerien. Österreich liegt mit 130 Litern pro Kopf und Tag im Mittelfeld, wobei dieser Wert natürlich auch regional schwankt. Verbrauchte die Stadt Waidhofen/ Ybbs in den letzten vier Jahren durchschnittlich 102 Liter Wasser pro Kopf und Tag, erreichte dieser Wert in Großstädten wie unserer Hauptstadt Wien 160 Liter.

Wenn wir von einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von 126 Litern ausgehen, dann gibt folgendes Diagramm Aufschluss darüber, wie wir dieses Wasser verbrauchen. Am wenigsten Wasser, jeweils 1 Liter, benötigen wir zum Trinken, Zähneputzen und für Bewässerung in Haus und Garten. Am meisten wird für die Toilette und für Vollbäder gebraucht, nämlich jeweils 30 Liter.

 

Natürlich ist der Wert des Wasserverbrauchs im Haushalt nicht nur örtlich, sondern auch zeitlich ungleich: In Österreich stieg der Wert von 1950 bis 1990 um 44 Liter pro Person und Tag, aber bis 2000 ist er um 15 Liter gesunken.

Entfernen wir uns jetzt von der zuvor häufig verwendeten Einheit Liter pro Kopf und Tag und wandern wir zur Einheit Kubikmeter (m³) insgesamt, so verbraucht Österreich derzeit im Jahr 2,6 Mrd. m³ an Wasser. Auf den Haushalt fallen hierbei 910 Mio. m³. In Waidhofen waren es in den letzten Jahren durchschnittlich 492.286 m³ insgesamt an Wasser und in den Haushalten 387.714 m³. Die folgende Statistik veranschaulicht die Entwicklung sein 1999.

 

Wenn wir den gesamten Wasserverbrauch im weltweiten Vergleich betrachten, fällt schnell auf, dass er rasant zunimmt. Das ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass auch die Weltbevölkerung extrem rasch wächst. Spezialisten vermuten, dass sich der Wert des Weltwasserverbrauchs in den nächsten 30 Jahren verdreifachen wird, was zur Folge hätte, dass dann 40% der Weltbevölkerung (also über ein Drittel) in Ländern leben, die unter chronischem Wassermangel oder zumindest an Wasserknappheit leiden.

4. Tipps zum Wassersparen

Abschließend wollen wir euch noch einige Tipps geben, wie ihr gezielt Wassersparen könnt. Obwohl wir in unseren Breiten genug Niederschläge und Wasservorräte haben, sollten wir mit den natürlichen Ressourcen sparsam umgehen. Diese Einstellung spart uns längerfristig auch Vieles an unnötigen Kosten.

§         Bei Waschbecken oder bei Küchenspülen lässt sich der Wasserverbrauch am einfachsten durch den Einbau von Durchflussbegrenzern vermindern, vor allem in größeren Gebäuden mit einem in der Regel höheren Wasserdruck. Es sind auch verschiedene Dosiervorrichtungen im Handel, die beim Händewaschen das Wasser bedarfsorientiert und nicht permanent strömen lassen.

§         Die Leitungswege für Warmwasser sollten bei Ein- und Mehrfamilienhäusern kurz und gut isoliert sein. Die Installation eines Warmwasserzirkulationssystems mit einer zeitlichen Steuerung führt zur Einsparung von Energie und Wasser. Bei Gebäuden, in denen viel Wasser für die Körperpflege (zum Beispiel Waschen, Duschen und Baden) benutzt wird, lohnt sich grundsätzlich der Einbau eines Systems zur Warmwasservormischung. Sind die Zimmer in Hotels und Gaststätten nicht mit Dusche und bzw. oder Bad ausgestattet, so kann ein Untertischspeicher den Warmwasserverbrauch niedriger halten als eine zentrale Warmwasserversorgung.

§         In Wohnheimen, Kasernen, Jugendherbergen, Landheimen und Sporteinrichtungen wird häufig geduscht. Hier lässt sich durch Temperaturvormischung auf 35° bis 40° C und durch den Einbau von Selbstschlussarmaturen sehr viel Wasser sparen. Auch Düsenbrauseköpfe vermindern den Wasserdurchfluss bei verbessertem Duschkomfort.

§         In Gebäuden mit gastronomischer Funktion sowie in Wohnheimen, Kasernen und sonstigen Gebäuden, die über eine Großküche verfügen, ist der Wasserverbrauch für das Spülen von Gläsern und Geschirr besonders groß. Die Wahl geeigneter verbrauchsarmer Spülmaschinen birgt ein großes Einsparpotential.

§         Äußert erfindungsreich nahm man vor über 10 Jahren das Wassersparen bei der Klospülung in Angriff: Vom Ziegelstein als „Wasserverdränger“ über Einsatz-Gewichtsstücke, die das totale Leerlaufen des Spülkastens verhindern sollten, bis zur Selbstbau–Spartaste wurde alles mit großem Erfolg eingesetzt. Heute hat die Sanitärbranche ihre Objekte mit Spartasten und ähnlichen Installationen ausgerüstet. Als besonders Wasser sparend gelten Tiefspülklosetts mit einer 6 – Liter – Spülmenge plus Spartaste. Sie sollten bei Um- und Neubauten von öffentlichen und privaten Gebäuden installiert werden.

§         In Schulen, Verwaltungsgebäuden, in Hotels und Gaststätten sind in der Regel Urinalanlagen installiert, die früher mit Druckspülung ausgestatten waren. Wassereinsparungen sind hier entweder durch moderne Spüleinrichtungen mit Einzelautomatik zu erzielen oder durch den Einbau von erheblich preiswerteren Trockenurinalen.

§         Bei Einfamilien- und kleineren Mehrfamilienhäusern ist das Sammeln von Regenwasser und seine Verwendung für Toilettenspülung und gröbere Wascharbeiten immer lohnend. Auch Schulen, Kindergärten, Sporthallen und Verwaltungsgebäude können wegen ihrer großen Dachflächen davon gut Gebrauch machen.